Eine Frau bekommt eine Behandlung mit einem Dermaroller im Gesicht
Quelle: Fotolia.dealya23)

Dermaroller: Wirkungsvolle Therapie oder Beauty-Mythos?

Nichts schenkt uns so viel Selbstbewusstsein, wie eine strahlende, gesunde Haut. Im Umkehrschluss können uns Falten und Narben – gerade im Gesicht – aber auch viel Kraft und Sicherheit kosten. In den USA schwören daher schon seit längerer Zeit viele Menschen auf das sogenannte Microneedling, welches inzwischen auch langsam zu uns nach Deutschland schwappt. Doch was versteht man darunter? Und hilft der Dermaroller wirklich?

Was ist ein Dermaroller?

Von der Form her erinnert er ein wenig an einen Nassrasierer – nur dass vorne keine Klingen, sondern winzig kleine Nadeln, angebracht auf einer beweglichen Walze auf ihren Einsatz warten. Es gibt sie in unterschiedlichen Längen: von 0,20 mm bis 2,0 mm ist alles möglich. Damit können eigentlich alle Hautpartien behandelt werden.

Die kleinen Nadeln rufen in der Haut Mikroverletzungen hervor, was wiederum die natürliche Kollagen-Produktion der Zellen anregt. Bei korrekter Anwendung regeneriert sich die Haut somit eigenständig und von innen heraus – so zumindest heißt es. Doch damit sich diese Wirkung einstellt, muss einiges beachtet werden.

Was kann ein Dermaroller bewirken?

Wie schon eingangs erwähnt, werden Dermaroller als minimalinvasive Therapieform besonders zur Faltenbekämpfung eingesetzt. Aber auch das Glätten von (Akne-)Narben und die Behandlung von Schwangerschafts- bzw. Dehnungsstreifen sowie Cellulite ist mit ihnen möglich. Man soll mit den Mikronadeln sogar die Kopfhaut und das Haarwachstum anregen können.

Während im Gesicht eher kürzere Nadeln eingesetzt werden, braucht man für anderen Körperpartien längere. Denn um hier eine Wirkung zu erzielen, müssen sie deutlich tiefer in die Haut eindringen.

Wie läuft eine Microneedling Behandlung ab?

Vorbereitungen

Wer blutverdünnende Mittel einnimmt, muss diese auf jeden Fall etwa 14 Tage vor Beginn der Therapie absetzen. Zusätzlich sollte die Haut mit Cremes oder auch Seren mit viel Vitamin A und C vorbereitet werden. Auch Hyaloron-Salben sind hilfreich.

Beim Arzt…

Zunächst wird das Gesicht gereinigt. Es darf auch kein Make-Up getragen werden. Danach wird eine Creme mit einer leichten Betäubungswirkung aufgetragen. Das soll die Behandlung möglichst schmerzfrei machen und lohnt sich gerade bei den längeren Nadeln.

Mit dem Dermaroller werden nun die entsprechenden Stellen bearbeitet. Dabei rollt der Behandelnde immer fünf Mal hoch und runter sowie diagonal über die ausgewählten Bereiche. Ist das erledigt, wird die Haut nochmals desinfiziert und mit einer fetthaltigen Creme versorgt.

…und zu Hause

Auch zu Hause muss das Gesicht desinfiziert werden – genauso wie das Gerät. Dafür gibt es spezielle Reiniger und Mittel, in welche man den Dermaroller einige Minuten lang einlegen kann. Danach gut abspülen!

Die Behandlung selbst erfolgt nach dem gleichen Prinzip wie beim Arzt. Wer noch ungeübt darin ist, sollte unbedingt auf den richtigen Druck achten! Hier gilt: Lieber etwas vorsichtiger über die Haut rollen, anstatt tiefe Verletzungen zu riskieren. Denn es bleiben echte Nadeln!

Nachdem man fertig ist, muss sowohl die Haut, als auch der Roller wieder gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Anschließend das Gesicht mit einer fetthaltigen Creme versorgen. Außerdem ist ein Serum mit Vitamin A oder C genauso wie die Hyaloron-Salbe auch als Nachbehandlung eine gute Wahl.

Dermaroller zuhause oder nur beim Arzt?

Grundsätzlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Dermaroller die Haut verletzt. Wem das also zu unsicher ist, der sollte sich lieber in professionelle Hände begeben. Eine solche Behandlung kann von Ärzten oder medizinischen Kosmetikerinnen durchgeführt werden und ist nicht unbedingt günstig. So geht man aber auf Nummer sicher, dass sterile Bedingungen gegeben sind.

Allerdings gibt es auch Dermaroller für den Heimgebrauch. Diese haben eine maximale Nadellänge von 0,5 mm (alles andere dürfen nur Fachkräfte verwenden) und sind daher eher für das Gesicht geeignet. Zusätzlich braucht man dazu aber auch spezielle Desinfektionsmittel und Reiniger.

Wie häufig sollte der Dermaroller angewendet werden?

Wer selbst Hand anlegt, sollte den Dermaroller nicht häufiger als drei Mal pro Woche und immer mit mindestens zwei Tagen Pausen dazwischen einsetzen. Ansonsten hat die Haut keine Zeit, um sich zu erholen und ist chronisch gereizt bzw. entzündet.

Ein professionelles Microneedling ist meist deutlich intensiver und wird darum maximal einmal pro Woche, meist eher alle paar Wochen durchgeführt.

Wann sieht man Ergebnisse?

Einige Patienten und Anwender sprechen davon, dass sie bei kleinen Falten direkt nach der ersten Behandlung bereits Verbesserungen feststellen konnten. Narben und Pigmentflecke brauchen hingegen immer etwas länger, bis sie verblassen. Häufig dauert es etwa zwei Monate, bis sich hier eine positive Veränderung einstellt.

Generell werden bei jüngerer Haut jedoch schneller Resultate zu sehen sein. Dennoch können Männer und Frauen jeden Alters zum Dermaroller greifen – denn auch reifere Haut reagiert auf die Behandlung. Nur etwas langsamer.

Gibt es Probleme beim Dermaroller?

Wann sollte man ihn nicht anwenden?

Auch wenn es im Prinzip heißt, dass der Dermaroller für alle Hauttypen geeignet ist, gibt es trotzdem einige Einschränkungen. Wer zum Beispiel weiß, dass er eher eine sensible Haut hat oder gar unter Krankheiten wie zum Beispiel Couperose oder Rosazea leidet, sollte auf jeden Fall zunächst einen Arzt konsultieren! Auch Diabetes-Patienten sollten erst Rücksprache halten.

Auf keinen Fall darf der Dermaroller angewendet werden, wenn man unter Entzündungen oder Verletzungen auf der Haut leidet. Dazu zählt auch akute Akne. Wer Blutverdünner nimmt oder eine über das Blut übertragbare Viruserkrankung wie beispielsweise HIV oder Hepatitis hat, darf ebenfalls nicht behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Unmittelbar nach der Behandlung kann es zu Schmerzen und kleinen Blutungen kommen – die Haut ist schließlich verletzt. Wenn die Umgebung nicht keimfrei war, sind auch kleine Infektionen möglich. Außerdem ist die behandelte Haut danach rot, heiß, geschwollen und empfindlich. Bis diese Symptome abgeklungen sind, sollte direkte Sonneneinstrahlung sowie Make-Up vermieden werden.

Fazit: Was kann der Dermaroller?

Ist das Microneedling nur eine moderne Foltermethode, gemäß dem Motto “Schönheit kennt keinen Schmerz”? Diese Frage kann mit ‘Nein’ beantwortet werden. Denn die Haut wird tatsächlich zur Kollagenproduktion angeregt. Allerdings ist die Behandlung nicht ohne und sollte besser – wenn ein großes Vorhaben im Raum steht – von einem Profi durchgeführt werden.

Für kleinere kosmetische Optimierungen könnten die Dermaroller für den Heimgebrauch aber auch ausreichen. Dabei muss aber unbedingt die Hygiene beachtet werden! Wenn das der Fall ist, können die Mikro-Nadeln der Haut einen guten Dienst erweisen.

Quellen

www.onmeda.de/dermaroller
www.gesundheits-lexikon.com/…/Dermaroller/
www.ratgeber-hautgesundheit.de/…/dermaroller/
www.stylecollect.de/dermaroller/
www.was-lohnt-sich.de/lohnt-sich-microneedling/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.