Ob durch die Sonne oder Selbstbräuner - eine junge Frau mit schön gebräunter Haut lächelt im Sonnenschein in die Kamera
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Sommerlook aus der Tube: Ist Selbstbräuner schädlich?

Wie gerne würden wir doch alle so aussehen, als seien wir gerade aus dem Urlaub zurück und von der Sonne geküsst worden. Eine gebräunte Haut vermittelt sofort den Eindruck von Erholung und Vitalität. Doch nicht alle Hauttypen bräunen gleich gut und nicht jeder kann ständig auf Reisen sein. Darum gibt es die Sonne aus der Tube. Doch wie funktioniert das eigentlich? Und ist Selbstbräuner schädlich? Wir klären auf!

Was ist Selbstbräuner eigentlich genau?

Nachdem immer deutlicher wurde, dass Solarien das Hautkrebsrisiko nur von draußen nach drinnen verlagern, sattelte man stärker auf einen anderen Weg braun zu werden um: den Selbstbräuner. Dieses kosmetische Produkt kommt in vielen unterschiedlichen Arten daher: von der Milch, über das Gel, die Lotion, den Spray oder Schaum bis hin zur Creme. Es gibt ihn außerdem in verschiedenen Bräunungsgraden.

Welche Sorte genutzt werden sollte, ist sicherlich Geschmacksfrage. Allerdings sollte man für das Gesicht wirklich nur Selbstbräuner speziell für diesen Bereich nutzen. Denn die Haut ist hier viel zarter und braucht darum eine andere Pflege als am restlichen Körper. Außerdem eignet sich die relativ flüssige Konsistenz der Körperprodukte – so kann besser mehr Fläche eingerieben werden – eher weniger für einen präzisen Auftrag im Gesicht.

Wie funktioniert Selbstbräuner?

Der wichtigste Wirkstoff im Produkt ist wohl das Dihydroxyaceton (DHA). Dieses synthetische Zuckermolekül reagiert mit den Proteinen und Aminosäuren der oberstens Hautschicht und sorgt dafür, dass diese sich nach einer gewissen Zeit braun verfärben.

Die Intensität der Bräunung ist dabei zum einen von der Dicke der Hornschicht abhängig – darum verfärben sich z.B. Knie und Ellenbogen deutlich dunkler, weil hier die oberste Haut einfach dicker ist. Außerdem ist auch der Gehalt des DHA wichtig. Leichtere Produkte enthalten ca. 2%, Turbo-Selbstbräuner hingegen 5%.

Etwa 10% der Menschen sind allerdings gegen DHA resistent, es stellt sich hier also keine bräunende Wirkung ein. Einige Produkte enthalten darum (entweder ausschließlich oder zusätzlich) noch den Wirkstoff Erythrulose. Dahinter verbirgt sich ebenfalls ein biotechnologisch hergestellter Zucker, der genauso mit der Haut agiert, wie DHA. Er soll die Haut aber weniger austrocknen und für einen natürlicheren Hautton sorgen.

Crashkurs Selbstbräuner – wie am besten auftragen?

Um ein optimales Ergebnis zu erhalten, ist viel Übung nötig. Denn Selbstbräuner ist leider nicht das einfachste Produkt. Es kann schnell zu Flecken kommen, die Farbnuance passt nicht zum restlichen Hautton oder die Bräunung verfliegt zu schnell. Darum hier einige Tipps, die Sie beim Auftragen beachten sollten.

1. Ordentlich Peelen!

Da Selbstbräuner mit der obersten Hornschicht reagiert, ist es natürlich hilfreich, möglichst alle abgestorbenen Hautschüppchen bereits abzutragen. So kann das Ergebnis deutlich gleichmäßiger werden und auch länger sichtbar sein. Bedenken Sie dabei Stellen wie Knie, Fersen oder Ellenbogen mit besonders viel Sorgfalt, denn diese neigen sonst dazu dunkler zu werden.

2. Gründlichkeit ist wichtig!

Die Haut wird durch Selbstbräuner häufig etwas ausgetrocknet. Darum ist es ratsam als erstes eine Bodylotion bzw. Feuchtigkeitscreme aufzutragen. Dadurch verteilt sich der Selbstbräuner dann auch leichter. Arbeiten Sie ihn am besten abschnittsweise ein. Beginnen Sie zum Beispiel bei den Beinen. Streichen Sie dabei das Produkt nur leicht Richtung Füße aus und massieren es in kreisförmigen Bewegungen in die Haut ein. Für den Anfang können Sie eine bereits getönte Creme verwenden, um besser zu sehen, wo Sie bereits waren. Dann gehen Sie zu den nächsten Körperpartien über.

Falls zum Beispiel die Knie zu viel Produkt abbekommen haben oder Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie folgenden Tipp anwenden: Greifen Sie zu einem feuchten Tuch und reiben damit die betroffenen Stellen wieder leicht ab. Dies sollte unbedingt zeitnah passieren – denn mit jeder Sekunde schreitet die Bräunung weiter voran. Darum auch unbedingt entweder Handschuhe während des Eincremens tragen oder aber danach sofort und gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen.

3. Geduld ist eine Tugend!

Nun heißt es: Abwarten. Denn, wenn Sie sich gleich nach dem Selbstbräuner Auftragen direkt wieder anziehen, kommt es unweigerlich zu Flecken – auf der Haut, aber auch auf Ihrer Kleidung. Geben Sie dem Produkt darum wenigstens 20-30 Minuten, um einzuziehen. Auf ein heißes Bad oder eine schöne Dusche sollten Sie in den ersten Stunden auch besser verzichten. Es dauert etwa drei bis sechs Stunden, bis sich das fertige Ergebnis zeigt.

4. Begrenzte Haltbarkeit

Wie lange Sie etwas von Ihrer Bräunung aus der Tube haben, hängt ganz stark mit Ihrem Hauttyp zusammen. Es gibt Menschen, bei denen hält die Wirkung nur etwa 3-4 Tage, andere haben bis zu 7 Tagen eine leichte Bräunung. Die Haltbarkeit verlängern können Sie auf jeden Fall durch fleißige Pflege. Denn je länger die obere Hautschicht dort bleibt, wo sie ist, desto länger bleiben Sie auch braun. Versorgen Sie Ihre Haut also gerne mit einer Extraportion Feuchtigkeit in Form von Bodylotion.

Mythen und Probleme – ist Selbstbräuner nun schädlich?

Gleich vorweg: Hautärzte sind die ersten Personen, die einem zum Selbstbräuner raten, wenn man sich eine braune Haut jenseits der Sonne wünscht. Das bedeutet, dass die Inhaltsstoffe allgemein als unproblematisch eingestuft werden. Allerdings können beispielsweise eventuell zusätzlich enthaltene Duftstoffe manchmal für Hautreizungen sorgen. Und auch das DHA kann ab und an allergische Reaktionen hervorrufen. Dies ist jedoch recht selten. Dennoch gibt es einige Aspekte, die beachtet werden sollten.

Selbstbräuner ist keine Sonnencreme!

Da Selbstbräuner nicht für mehr Melanin in der Haut (also einen besseren Eigenschutz) sorgt, ist es absolut notwendig, zusätzlich Sonnencreme zu verwenden. Einige Produkte haben inzwischen zwar ebenfalls einen UV-Schutz (häufig bei den bräunenden Gesichtscremes der Fall), aber das ist (noch) kein Standard. Darum also immer auch Sonnenschutz mit dem richtigen Lichtschutzfaktor auftragen!

Achtung vor Formaldehyd!

Der Selbstbräuner-Wirkstoff Dihydroxyaceton ist an und für sich zwar ungefährlich, allerdings neigt er dazu sich nach einer gewissen Zeit oder aufgrund von viel Wärme zu zersetzen. Dabei entsteht leider Formaldehyd, ein krebserregender Stoff, der auch schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt. Darum ist es sehr wichtig, Selbstbräuner zum einen kühl und dunkel zu lagern, zum anderen niemals nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zu verwenden.

Wer sollte die Finger vom Selbstbräuner lassen?

Wenn Sie unter Hautkrankheiten wie z.B. Ekzemen, Psoriasis oder Neurodermitis leiden, sollten Sie vor der Anwendung immer erst Ihren Hautarzt konsultieren. Unter Umständen ist Selbstbräuner für Sie keine gute Option. Wie bereits erwähnt sollten auch Allergiker vorsichtig sein und die Inhaltsstoffe genau überprüfen. Auch für Kinder eignet sich Selbstbräuner nicht, da die junge Haut ganz anders mit dem Produkt reagiert. Außerdem wird Schwangeren manchmal davon abgeraten. Hier ist die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt immer gut.

Alle anderen können aber sorgenfrei die Sonne aus der Tube genießen. Denn in den meisten Fällen ist Selbstbräuner ungefährlich. Und wer sich nicht traut, selbst Hand anzulegen, kann auch das sogenannte Spray Tanning ausprobieren. Hier wird das Produkt ähnlich wie Airbrush-Farbe aufgesprüht und soll für ein besonders gleichmäßiges Ergebnis sorgen. So oder so – einer schönen Bräune steht nichts mehr im Weg!

Quellen

www.wikipedia.org/wiki/Selbstbräuner
www.onmeda.de/magazin/selbstbraeuner
www.gesundheit.de/…/sommerbraeune-selbstbraeuner-statt-solarium
www.stern.de/…/selbstbraeuner-gesundheitsrisiko-haut
www.selbstbraeuner-test.net/faq/

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